Enjoy Level +12

Vanuatu we like. Seit ein paar Tagen sind wir nun in der Bucht von Port Havanna und der enjoy Level ist am Anschlag. Das Mutterschiff Lady Emily liegt in schwimm Entfernung und recht häufig sitzen wir zusammen, wie vor 2 Tagen zu Jean Gabriels Geburtstag. Es gab lecker Essen und smoked Whiskey der uns allen ganz ordentlich zu gesetzt hat. Sehr schön. Es ist schon etwas ganz anderes, wenn Freunde in der Nähe sind. Wir haben uns in der letzten Zeit schon manchmal ziemlich alleine gefühlt und unsere Freunde der letzten Saison vermisst. FELICE;DUENDE;PERLA;ODA;NOCHE;WE MISS YOU!!!! Gerne machen wir also zusammen mit den Emilys Ausflüge wie zum Beispiel in eine nahehelegene Höhle in der wir mit unseren Kayaks herum gepaddelt sind. Leider war es fast unmöglich die Höhle weiter zufuß zu erkunden, da der Laden bis zu den Kniehen von Fledermäusen zugekackt war. Ein paar Unerschrockene haben alles versucht, aber vergebens. Paddeln steht gerade eh ganz hoch auf der adventure Liste, da wir uns immer das riesen Kayak von der Emily ausleihen können um dann alle zusammen durch die Mangroven zu navigieren. Traumhaft. Und wenn wir dann doch mal tatenlos im Cockpit daher relaxen, bekommen wir oft Besuch von den hier ansässigen riesen Schildkröten. Bemerken tun wir sie, weil ihr atmen klingt als würde ein passionierter Kettenraucher nach 7 sec. tauchen wieder an der Oberfläche ankommen und nach Luft schnappen. Leider bleiben die Schildkröten nur kurz an der Oberfläche, sie grasen lieber in ein paar Meter tiefe. Nikola is schon total genervt, dass sie keine anständigen Fotos geschossen bekommt. Aber vielleicht hat sie ja in den nächsten Tagen mehr Glück, wir bleiben noch hier. Das einzige was echt nervt, ist mein Fuß. Ein Schnitt am Fußgelenk hat sich in den letzten Tagen zu einer ausgewachsenen Infektion ausgeweitet und am End bin ich bei Antibiotika gelandet. Weitere Details erspare ich euch besser, aber nachdem ich jetzt die Pillen nehme sieht die Sache schon viel besser aus. Vielleicht hätte ich am Kraterrand doch besser Schuhe tragen sollen, die Typen mit dem anschlagmäßigen Expeditiosgepäck haben auch ganz komisch geguckt;-) Egal, die Sache läuft……………

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Port Vila

(Blick auf Tanna und den Vulkan Yasur)
Nach einem wunderschoenen Segeltoern ueber Nacht sind wir gestern in Port Vila eingelaufen. Hier haben wir eines unserer beschissesten Ankermanoever hingelegt, naja, es hat halt ewig gedauert, bis wir uns einig waren… Nu liegt der Anker. Hoffentlich nicht zu fest ;-)
Port Vila, Vanuatus Hauptstadt, kommt einer Metropole gleich (zumindest wenn man grad von den abgelegenen Inseln kommt). Froehlich bunt steht ein Haus neben dem Anderen. Wir bleiben ein wenig, um das Cruising Permit auf die noerdlichen Inseln zu erweitern und den ueblichen Toet zu erledigen.
Das Grossprojekt “Fotos hochladen” startete gleich gestern. Nervenaufreibend langsam ist das Internet, aber was solls? Immerhin gibts Internet! Ab dem Blog vom 5.8. – Anatom wir kommen.. – fuellt sich nun langsam die Webseite wieder… so long…

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Die Kids verarbeiten den Vulkanbesuch

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Der Kapitaen streicht die Steuersaeule..

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Lina kocht einen raus.. sonst nicht viel los gerade...

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Tanna

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Am Kraterrand

OH OH OH, landet der glühende Brocken jetzt noch innerhalb des Kraters oder knapp hinterm Rand, von wo aus wir dieses unbeschreibliche Schauspiel beobachten? Nicht nur ein mal hab ich mir diese elementare Frage stellen müssen. Die Sache mit den Größenangaben ist ja immer so ein Ding, aber der Yasur hat die Lava in der Höhe bis über den Kraterrand gespuckt, dass sollten gut und gerne 100 Meter gewesen sein. Anfangs haben wir ein bißchen über die Wissenschaftler mit Atemmaske und Helmen geschmunzelt, die mit irgendwelchen Messgeräten an der Kraterkante standen. Als wir dann aber das erste Mal in einer amtlichen Schwefelwolke standen konnten wir Sie gut verstehen. Ok, abmarsch nach Luv war jetzt angesagt und so langsam nahm der ganze Wahnsinn auch an Dramatik zu, da in unserem Rücken die Sonne in rot hinter einer üppig bewachsenen Bergkette unter ging. Vor uns färbten sich die massiven Schwefwelrauchschwaden von dem Licht der brodelnden Lava im inneren des Kraters in ein alles durchdringendes Orange. Kampf der Giganten, Pyrotechnik der Extraklasse. Schon verrückt das Gefühl auf einem aktiven Vulkan an der Kraterkante entlang zu spazieren. Im 3 Minuten Takt macht es dann Boooom, wir gucken in den Krater und alle beknackten Sylvesterraketen werden mental zu sinnlosem Spielzeug degradiert, wenn wieder ein Lavafontäne ungeahnten ausmaßes in den Nachthimmel eskaliert. Als wir dann nach ca. 20 min. auf der anderen Seite des Kraterrandes angekommen waren, konnten wir doch glatt für ein paar Minuten durch eine Spalte ins innere der Erde sehen. Leider nur für ein paar Minuten, denn dann ereignete sich unser persönliches Eldorado in Form eines ungeahnt heftigen Ausbruches. Die Spalte war praktisch unter uns und wir haben die Lava auf uns zu fliegen sehen. Wäre alles noch im Rahmen gewesen, wäre da nicht dieser brutale Donner und die bebende Erde gewesen, die uns mit nachdruck signalisierte das wir uns auf fragilen Pfaden bewegten. Nö, dass war ne Spur zu heftig und wir haben unter wehenden weißen Fahnen den Rückzug zu einer etwas zurückgelegeneren Stelle angetreten. Dort haben wir dann länger gesessen und einfach nur genossen…… In der Zwischenzeit kamen dann auch Jean Gabriel und Bettina von der SY Lady Emily, mit denen wir uns per SAT Phone für diesen Tag am Kraterrand vertabredet hatten(!) Gemeinsam haben wir auf den gelungenen Abend mit einem gepflegten Pisco aus Chile angestoßen. Von dem leckeren Tröpfchen haben uns Bram und Vivian von der SY Duende eine Flasche vermacht um Sie an einem speziellen Ort zu genießen. Viel mehr geht nicht würde ich sagen. Langsam wurde es dann immer schroffer. Bei gefühlten 20 Knoten Wind und ordentlich Vulkanstaub zwischen den Zähnen haben wir uns mit Kopflampen auf den Weg zum Fuße des Berges aufgemacht, um wieder in den Pick Up zu steigen. Nach gut einer Stunde Fahrt über unbefestigte Jungelpiste hat uns der Fahrer dann in unserer Bucht ausgespuckt und wir sind mit dem Dingy in der Dunkelheit zur Molli geschipper. Als wir dann im Cockpit saßen, konnten wir ihn wieder hören den Yasur. Und über den Bergen der Bucht breiteten sich seine seicht orange gefärbten Schwefelwolken aus. Ich schwör. Wir sind alle, auch einen Tag danach, noch wie benommen.

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Mount Yasur von See.. Da wollen wir hin!

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Am "Eingang" zahlen wir gerne die 70 Euro Eintritt. Dann gehts nochn Stueck im Pickup Bergauf. Die Spannung steigt..

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Da isser der Mount Yasur. Rechts, praktisch ueber dem Pickup, ist der Krater. Den Rest gehen wir zu Fuss..

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es geht steil hoch

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Fantastischer Ausblick

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Fast oben

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uiuiuiuiuiiiiiiiiii

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Hinten rechts sind ganz klein die Leute auf der anderen Seite zu erkennen...

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Kraterrand

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Meeting Point with Lady Emily

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hier windets aber maechtig

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Die Qualitaet der Bilder nimmt jetzt leider stark ab. In solchen Momenten wuensch ich mir doch was besseres als eine IXUS... Vielleicht kann ich ja Jean-Gabriel auf ein paar gute Aufnahmen anschnorren.. Mal sehen..

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Familie Carp in bomben Stimmung

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Es gab einen grossen Krater und einen Kleinen. Der Kleine hier auf dem Bild hat einen hoellen Laerm gemacht. Er hat gedonnert und gezischt und ist weniger oft ausgebrochen, aber wenn dann richtig..

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BooM

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Ich mogel hier mal ein gemopstes Google Bild mit rein. Denn so sah es tatsaechlich aus.. Danke unbekannterweise..

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Tanna

6:00 Uhr, der Wecker klingelt, wir wollen nach Tanna segeln. Bevor ich aber die Augen öffnen kann, höre ich schon unsere Kette und spüre unser Schiff. “Wir sitzen wieder fest” ist das Erste was ich von mir gebe. Marcus glaubts nicht und klettert aus der Koje. Nach einem prüfenden Ruck an unserer Kette, kommt er lachend wieder rein. “Du hast recht gehabt, die Kette sitzt fest”. GUTEN MORGEN! Egal wir versuchens trotzdem. Und siehe da unsere bomben Ankerwinsch rattert die Kette einfach hoch. Ohne auch nur ein klitze kleines bisschen des Riffes sehen zu können, manövrieren wir Molli auf dem alten track aus der Bucht. Dann folgt ein wundervoller Segeltag, bei dem wir mal wieder unseren Blister auslüften können.
Tanna! Aus der Ferne können wir schon den Mount Yasur sehen, 361 meter ist er nur hoch, aber er hats in sich! Der aktive Vulkan liegt nur einige Kilometer von der Ankerbucht entfernt und er raucht und donnert uns schon von Weitem was vor. Die Ansteuerung in Port Resolution beschäftigt uns schon seit Tagen. Dieser Teil der Insel ist in allen Seekarten falsch eingetragen und viele, viele Schiffe sind hier auf dem Riff in den letzten Jahren zerschellt. Am End wars aber gar nicht so schwierig und nun liegen wir friedlich auf 4 m Wassertiefe in dieser unglaublichen Bucht. Den Meeresboden können wir trotzdem nicht sehen. Zu viel Schlamm im Wasser. Die Bucht ist ideal solange kein Ostwind bläst, denn dann rollen hier die Grossen rein und verwandeln die tiefe Bucht in eine gefährliche Falle. Sehr schade, ich könnte ewig hier bleiben!

Natürlich sind wir heute noch an Land gegangen. Das kleine Dorf ist sehr ursprünglich und traditionell. Es ist wirklich schade, dass wir keine Fotos hochladen können, aber ich glaube in ganz Vanuatu ist das nicht wirklich möglich. So müssen wir wohl versuchen zu beschreiben, was wir hier erleben. Nicht ganz einfach. Dabei ist hier immer alles so einfach. Wir erleben die ni-Vanuatu als kommunikative Menschen, die auch gerne mal einen Scherz machen. Schnell kommen wir ins Gespräch und die Kids machen es uns gleich. Aber es gibt hier auch viele Regeln, die zu befolgen sind: Am Nachmittag wollten wir noch zum Strand auf der anderen Seite. Der Weg führt durch das Dorf, mit seinen sehr urprünglichen Hütten und gepflegten Gärten. Mitten im Gespräch hält unser Wegbegleiter inne und sagt, dass wir jetzt einen anderen Weg nehmen müssten. Da vorne wird Kava getrunken und ich als Frau, darf dort jetzt nicht her gehen. Ok.
Die Frau hatte früher in Vanuatu nicht ganz so viel zu sagen. Ich habe gelesen, dass die Frauen noch vor 130 Jahren einen Strick um den Hals tragen mussten. Wenn ihr Ehemann starb sind sie damit erdrosselt worden, um mit ihm begraben zu werden. Wenn ein geliebtes Kind starb, wurde die Mutter oder eine andere weibliche Verwandte erwürgt. Hm. Die Chiefs liessen sich vor ihrem Tod lebendig begraben und na klar ihre Lieben gleich mit. Das war eine große Ehre. Diese Tradition gibt es zum Glück nicht mehr. Aber wenn eine Frau sich zu einer Heirat entscheidet, muss der Mann oder seine Familie einen Preis in Kava und Schweinen zahlen. Im Gegenzug bekommt die Familie der Frau eine weibliche Person aus dem Haushalt des Ehemanns. Meist ist es die Schwester oder aber die Erstgeborene (mit 8-10 Jahren). Mutter und Tochter dürfen sich gelgentlich besuchen. Huch? Das ist für mich schon schwer nachvollziehbar.
Die heutigen “christlichen” ni-Vanuatu glauben weiterhin an ihre Geister. Der Glaube, ihre Tradition ist fest in ihnen verankert. Mittlerweile begreifen sie aber, dass die Kirche mit ihren strengen Missionaren ihnen viele ihrer Traditionen verboten und somit für immer geraubt haben. Es gibt viele Dinge, die große Bedeutung für sie haben. Zum Beispiel ihre magischen Steine, die unter anderem Pflanzen zum blühen bringen. Für Fremde sind sie Tabu, aber es gibt nur noch wenige, denn die Missionare haben die meisten ins Meer geworfen.
In Tanna haben viele ihre traditionelle Lebensart, das Kastom, beibehalten, wobei sich das Kastom der neuen Welt angepasst hat. Ca. 1930 kam John Frum auf die Insel. Manche sagen er ist ein Geist, Andere er war ein weisser Mann, der ihre Sprache sprechen konnte. John Frum trank Kava mit ihnen und sagte, dass sie ihr Kastom behalten sollten und dass er eines Tages mit Reichtümern wiederkommen wird, damit es ihnen so gut wie den Europäern geht. Während des zweiten Weltkrieges brauchten die Amerikaner Hilfe bei der Entladung von Schiffen. So kam es, dass 1000 Tanna-Leute in Port Vila auf hauptsächlich afro-amerikanische Soldaten trafen, die sie freundlich und gleichberechtigt behandelten und durch die sie in den Kontakt mit CocaCola, Zigaretten, Radios und dem ganzen Schnick Schnack kamen. Daraufhin glaubten die Tanna-Leute, John Frum wäre Amerikaner. Der John-Frum-Cult ist ein grosser, starker Cult geworden. In Tanna, Aniwa und Efate folgt mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung diesem Cult und Kastom.
Zurück zum Leben auf der Supermolli. Morgen fahren wir auf den Vulkan Yasur. Uiuiuiui!!! Er ist der Einzige auf der Welt, an den man so nah ran darf und na klar wollen wir das… so long aus der donnernden Ankerbucht!

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Bye bye Anau-un-se

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und schon hat der Kleine wieder ein Boot gebastelt..

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und na klar hat das Schiff einen kleinen Goldschatz im Inneren..

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Ein letzter Blick auf Anatom

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es wird gezippelt

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und gezuppelt..

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Da steht er!

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Seglerglueck

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okok das war das letzte Bild vom Blister..

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Tanna in Sicht, mit Mount Yasur

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Es wird Zeit fuer die taegliche Malaria Prophylaxe. Artemisia der Kraeutersaft aus Neuseeland schmeckt scheusslich. Wirklich!! Tapfer kaempfen sich die zwei durch diese Prozedur. Sie schuetteln sich, wuergen mitunter, aber haben es jeden Tag vollbracht!!

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Ohhh was ist denn das????

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schon wieder Wale! 2-3 aber dieses Mal direkt vor uns!! und im Hintergrund der Yasur.. oohhhh

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Da ich ihren Kopf nicht sehen konnte, weiss ich leider nicht um welche Walart es sich handelt. Der Bauch war weiss und sie waren riesig gross!

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Wir laufen in Port Resolution ein

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Port Resolution

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Village walk

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Stop >>>> Frauen hier bitte rechts abbiegen >>>>>

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es gibt sogar ein Restaurant am Beach, allerdings ist es leer...

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Die andere Seite

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An dieser Kueste sind wohl so einige Yachten wegen falscher Seekarten aufgelaufen

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neues Spielzeug

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und einen echten Vanuatu Flitzebogen hat er auch..

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klitze kleiner Marcus unter grossem Baum

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Flower power

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Vanuatu art

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Einbaeumer

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Es raucht und blubbert aus allen Ecken in unserer Bucht

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Das schauen wir uns mal aus der Naehe an.

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Bei Hochwasser ist das Loch ueberflutet. Das heisse Wasser vermischt sich mit dem Meerwasser und es entsteht ein warmer Pool..

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Da oben haett ich auch wohl gerne eine Huette ;-) mit Blick ueber Port Resolution..

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Banyan tree

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oh die Baeume habens mir angetan

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sowiesoallesistsooooschoen!!!

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Tanna Mode

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Gefangen im Riff

Eigentlich wollten wir ja schon längst auf der nächsten Insel (Tanna) sein, Supermolli hatte andere Pläne. Nachdem wir ein paar schöne Tage (auch mit Regen..) in Anelghowhat im Süden vom wilden Anatom hatten, beschlossen wir auch noch die Nord-West Seite der Insel zu erkunden. Vor Anelghowhat liegt die kleine Insel Mystery Island mit eigenem Resort, die ein hervorrgagendes Schnorchelriff haben soll (deshalb kommt auch regelmässig das große Cruiseship Princess Star). Wir jedoch hatten so viel Regen, dass niemandem nach schnorcheln zu Mute war. Die ni-Vanuatu glauben, dass Mystery Island die Insel der Geister ist. Deshalb wohnt dort niemand. Sie paddeln aber tagsüber rüber, um die Gäste des Resorts zu verpflegen, über Nacht bleibt kein ni-Vanuatu.
Nun wir hatten uns als nächstes Ziel eine kleine Bucht (Anau-un-se) ausgesucht, die laut unserem geliebten Revierhandbuch von 1996 einen kleinen Pass hat und Platz für ein Boot bietet. All unsere elektronischen Karten zeigten kaum etwas, aber es gab ja eine Zeichnung aus eben diesem Buch. Wegpunkte oder GPS Koordinaten sucht man in diesem Teil der Erde vergeblich. Vor zwei Tagen fanden wir nun diese Bucht und nach der Einfahrt durch den Riffpass zeigte sich auch, dass ein “Loch” im Riff von ungefähr 60 m Durchmesser Raum zum Ankern lässt. Einen Kleinen zwar, aber genug. Auf 12 m viel unser Spadeanker mit 40 m Kette. Der Wind war stetig aus einer Richtung (ablandig) angesagt. WOW das ist schon besonders.
Wir treffen in der wilden und wunderschönen Bucht eine Fischerfamilie, die ausgesprochen nett und höflich ist. Die Kommunikation ist einfach, da eigentlich alle hier englisch sprechen. Nicht selten trifft man auf ni-Vanuatu, die englisch, französisch und Bislama (ihre Nationalsprache, die wie ein vereinfachtes englisch wirkt) sprechen. Dazu kommt noch, dass Vanuatu mehr als 100 eigene Sprachen hat! Allein auf Tanna gibt es 28 unterschiedliche Sprachen! Im eigenen Dorf haben mitunter auch die Männer und Frauen unterschiedliche Sprachen (damit sie sich nach Bedarf nicht verstehen ;-) ).

Gestern morgen um 6 Uhr wollten wir Anker auf gehen, um noch bei Tageslicht Tanna zu erreichen. ABER! Der Anker sitzt fest. Man bedenke nun, dass wir rundherum in 30 Metern Abstand ein Riff haben! Arrgh.. Auch nach allen Manövertricks, die wir so drauf haben, sitzt unser Superanker wie ne Bombe. Leider können wir nicht auf den Grund sehen, da das Wasser etwas schlammig ist. Auch kann Marcus nicht auf 12 Meter runtertauchen. Da hilft nur noch ein Flaschentaucher oder wir müssen die Kette kappen und verlieren damit unseren Bombenanker. Ohh neee.. Und wir hier voll im OFF! Kurzentschlossen mailen wir an unsere Freunde von der Lady Emily, die Tauchequipment an Bord haben und den Customs in Port Vila (Efate). Mehr Leute kennen wir hier nicht.. Über VHF ist kein Boot erreichbar. Stanley von den Customs meldet sich per Satphone ziemlich direkt. Er sagt, dass es in Tanna eventuell jemanden gibt oder aber in Efate, derjenige könnte eingeflogen werden, wenn wir wollen.. Hmm.. schöne schei**e.. Aber was sollen wir machen? Wir verabreden, dass er sich umhört und sich dann wieder meldet. Dann sehen wir die MY Orca an der Bucht vorbeifahren. Über Funk diskutieren wir ein paar weitere Möglichkeiten den Anker zu heben. Pete gibt uns den guten Tipp bei Niedrigwasser die Kette stramm zu ziehen und dann die Tide den Anker heben zulassen. Dagegen steht aber, dass wir ab 20 m die Kette nicht mehr reinholen können. Das heißt eigentlich, dass auch die Kette irgendwie verhakt sein muss. Es ist mittlerweile mittags und wir sehen wieder die Fischerfamilie am Strand. Marcus schnappt sich das Kayak und spricht mit Roy. Der berichtet, das es in Anelghowhat Taucher gibt, die ohne Flasche in der Tiefe arbeiten können. Er läuft direkt mit seiner Familie (Frau und 2 Kinder) in das 3 Stunden entfernte Anelghowhat, um seinem Neffen Jona bescheid zu geben! Den haben wir am Tag vorher schon kennen gelernt. Er ist uns sehr symphatisch und wirkt auch irgendwie sehr kompetent. Er würde am nächsten Tag um 9 Uhr den Taucher mit seinem Boot rüber fahren. OK. …. Wir sagen also den Customs ab und vertrauen auf die Locals. Die Lady Emily bietet ihre Hilfe in 2 Tagen an. Vorher müssen sie sich erstmal regenerieren. Eigentlich alle sind auf ihrer Überfahrt nach Tanna Seekrank geworden und brauchen verständlicher Weise erstmal Schlaf!
Heute pünktlich um 9 kommt also die Lanscha von Jona mit 7 Mann an Bord durch den kleinen Pass. Der Taucher geht sofort ohne Probleme auf den Grund und erzählt, dass die Kette um einen Riffblock liegt und der Anker unter einem Limestone. Gefangen. Möp. Er sagt, er will auf Niedrigwasser warten, dann versuchen sie die Kette und den Anker zu befreien.
Hui wir sind ganz schön aufgeregt. Wir müssen Molli mit dem Heck in den Wind drehen, um die Kette zu entlasten. Wer schon mal auf einem Langkieler gesegelt ist, weiß, dass das auf einem Wendekreis von maximal 60 m mit gefangener Kette nicht so ganz einfach ist. Nach dem dritten Anlauf klappt es. Die Kids wissen um die prekäre Lage und verhalten sich ausgesprochen ruhig. Marcus und ich arbeiten super, abwechselnd am Steuer und an der Ankerwinde. Dann liegt sie mit dem Heck im Wind UND an der Riffkante! Der Taucher fängt mit seiner Arbeit an. Es ist wirklich unglaublich, wie er scheinbar ohne Anstrengung immer wieder abtaucht und irgendwas an der Kette macht. Ein Anderer unterstützt ihn dabei. Jona in seinem Boot gibt uns jetzt Anweisungen, dass Schiff zu drehen und über den Anker zu fahren, die Kette einzuholen. Aber die Kette blockiert wieder bei 20 m. Ein neuer Versuch gegen den Uhrzeigersinn um den Block zu fahren, scheitert etwas ab. Nachdem der Taucher wieder zum Arbeiten runter auf den Grund geht, versuchen wir wieder über den Anker zu fahren und wow yeah dieses Mal klappt es. Der Anker ist frei!!!! Der Taucher sagt uns, wo wir ihn wieder schmeissen können und das tun wir auch. Alle kommen an Bord und 2 grosse Steine plumpsen von unseren Herzen ins Meer. Unsere Helden trauen sich erst gar nicht richtig an Bord, aber nach kurzer Zeit haben sie alles begutachtet und wir plaudern bei Kaffee und Saft über Segelboote und die ni-Vanuatu.
Diese Bucht ist die letzte Walfang und -schlachtstation gewesen. Traurig, aber die Wale schwimmen nah vor der Küste her und sind früher einfache Beute gewesen (Wir konnten auf der Fahrt hier her auch Wale beobachten, die an uns vorbei schwammen). Zum Glück wird das hier nicht mehr gemacht! Sie erzählen uns des Weitern, dass die Einwohner auf Anatom sich alle mit Familiennamen kennen. Tanna dagegen ist so groß, dass sich nicht mehr alle kennen. Ich frage sie nach dem Kastom (ein starker “Kult”, der besonders auf Tanna wichtig war und ist, aber dazu schreib ich demnächst mal was). Er erzählt, dass früher in den 50ern das Kastom noch sehr mächtig war. Um auf die 40 Seemeilen entfernte Insel Tanna zu kommen nutzten die Menschen ihren Glauben. Sie sind in ihren Einbäumen raus aufs Meer gefahren, an der Stelle wo die Wellen einsetzen, haben sie drei Mal mit geschlossenen Augen gepaddelt, dann ein spezielles Kastomlied gesungen und dann wieder drei Mal gepaddelt und schon waren sie in der Brandung von Tanna, rechtzeitig um Kava zu trinken.
Wir fragen, was der Taucher (er spricht kein englisch) mit seiner Begabung macht. Uns wird erzählt, dass alle Tieftaucher in bis zu 20 metern Schildkröten fangen. Tja und Yachten in Not helfen. Als wir fragen, wieviel Geld sie von uns für ihre Heldentat haben möchten, sagt Jona er hätte gerne (umgerechnet) 50 Euro für den Sprit, den er verfahren hat. Mit Mühe können wir ihnen 100 und ein paar T-shirts, Zucker und so was geben. Ohh. … Später telefonieren wir mit der Lady Emily, die uns erzählen, dass in ihrem Buch steht, dass man diese spezielle Bucht unter keinen Umständen anlaufen soll. Zu gefährlich. Haben wir also das falsche Buch? Nein wir sind froh, dass wir in dieser wilde Bucht ankern konnten und wir sind froh all die netten Leute kennen gelernt zu haben. Jeder Ort nimmt für uns schwer an Bedeutung zu, wenn wir Freundschaften schliessen können und so die Möglichkeit haben, die Menschen und ihr Leben näher kennen lernen zu können. Wir würden wieder hier einlaufen. .. so long.. aus dem Riff..

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Mystery Island (Anatom)

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Anau-un-se Bay

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Palmenwippe

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Loads of fun

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Muscheln sammeln bei high tide ist nicht so ergiebig..

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Diese Tigermuschel haben die Kids der Fischerfamilie gefunden. Spaeter schenken sie sie dem gluecklichen Jaron..

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Roy und seine Fischerfamilie

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Das ist die Huette der Fischerfamilie. Hier schlafen sie.

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Ohh Molli faellt runter...

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Eine Illusion: Das Licht des Vollmondes in den Wolken gibt uns das Gefuehl es waere Winter. Nur ist es wunderschoen warm dabei...

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Der Anker sitzt fest. Der Kapitaen ist bei den ersten Sonnenstrahlen im Wasser..

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Er versuchts echt, hat aber keine Chance den Anker zu sehen..

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Marcus kayakt zu Roy. Was er ihm genau erzaehlt kann ich nur vermuten.. Vielleicht so was wie: Der Anker muss unter einem RIESIGEN Fels liegen!?

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Roy paddelt direkt rueber, um sich die Sache mal genauer an zu sehen, aber keine Chance. So laeuft er los um Hilfe zu holen..

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Das Riff ist nicht wirklich weit weg.. Und jetzt heisst es erst mal bis morgen abwarten. Wunderbar, dann satteln wir mal das Dinghy.

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Bei low tide kommt sooo viel Riff zum Vorschein! Wir koennen bis zur vorgelagerten kleinen Insel laufen..

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wildes Vanuatu

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Molli umgeben vom Riff....

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Wir kraxeln was das Zeug haelt..

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lebendig

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nicht lebendig

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Krabben gibts hier na klar..

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..und sogar Blumen auf dem Riff! Zum Glueck ist es leicht moeglich ueber das Riff zu laufen, ohne etwas zu zerstoeren..

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Ahh was gefunden!! Aber diese war noch bewohnt. Mist.

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Ohh dieses Schaetzchen blinkte mir ins Auge! Aber leider auch besetzt..

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Unsere "Piratenmuschlen" oder auch Katzenaugen, hier mal in ihrer Ursprungsform, als Tuer zu einem Schneckenhaus zu sehen.

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Kraxeln kraxeln

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Die Schaetze werden begutachtet, aber ich habe das Gefuehl, da koennte vielleicht doch noch was drin sein...

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Unglaublich wie diese Baeume leben koennen!

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Zu Hause zeigt sich dann, dass ich einige wieder frei lassen muss.. Aber die Einsiedlerkrebse in meinen schoenen Muscheln, hmmmm...

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Jaron und ich kommen auf die Idee die Einsiedlerkrebse umzusiedeln. Dafuer schrauben wir ihre Haeuser fest...

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..und bieten ihnen ein paar neue Haeuser an.. Leider hats nicht so ganz geklappt, ein Krebs ist gestorben und der Rest wollte nicht umziehen. Aber ein Versuch wars wert!

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Am naechsten Morgen ist die Aufregung gross, Der Taucher kommt!!

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Alle beobachten gespannt den Taucher....

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Die locals fahren an Land, um dort auf low tide zu warten...

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und wer laesst sich die Gelegenheit nicht entgehen? Jaron kayakt alleine hinter her und verbringt die Stunden mit den locals.. Ich bin schwer stolz auf meinen kleinen Grossen..

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ohh yeah wir habens geschafft!! Molli ist frei.. De locals machen gefuehlte 50 Fotos von sch und uns in der Molli :-)

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Danke! WOW!

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und schon sind die Kleinen wieder weg..

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Was machen die denn da??

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Aha!

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Und in den Haenden haelt er PIRATENMAUSCHELN.. Soooo grooooss!!

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trautes Seglerleben..

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Anau-un-se

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Sonnenuntergang

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360 Grad rund um Molli

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