
…immer noch am Ankerplatz in der Blue Lagoom.. Letzte Woche wollte der Kapitän ja mit Mesu fischen gehen, den Plan haben wir ein bischen umgeändert: Mesu, seine Frau Nandi und ihre Großenkel Toko und Wani sind alle zu uns an Bord gekommen. Irgendwie haben wir uns besser gefühlt den lieben alten Mann auf Supermolli fischen zu lassen, als in seiner mini Nussschale, die noch nicht mal einen Außenborder hat. Außerdem konnte so auch Jaron am Fischen teilhaben 😉 Ein schneller Erfolg! Drei große weiße Snapper haben den Würmern nicht wieder stehen können!
Mittlerweile sind wir täglich im Dorf und verbringen unsere Zeit mit dieser für uns so außergewöhnlich netten Familie. Wir lernen viel über die Gepflogenheiten der Fijianer: Mesu hat wie jeder im Dorf (199 Einwohner) einen kleinen Acker auf dem er Tapioka (=Kasawa) anpflanzt. So ganz unser Geschmack ist das nicht, aber wir futtern es immer brav auf. Marcus hat einen nachmittag beim umgraben geholfen, obwohl die Arbeit auf den Feldern eigentlich nur von den alten Männern gemacht wird (Puh war der am Ende des Tages fertig!!). Einen anderen Tag sind wir zum Essen eingeladen worden: Fisch, Tapioka und ein Gemüse, ähnlich des Mangold (wächst im Fluss) in Kokos-Lemon-Sauce. Das ist aber eigentlich ein Sonntagsessen.. Dazu gibts leckeren Lemontea aus dem Garten. Den Sonntags-Kirchtag haben wir mal ausgelassen, dafür haben wir am Abend zuvor nochmal einen Angelmeeting auf der Molli gehabt. Sonntags wird nicht gearbeitet und Mesu muss, wie jeder Andere im Dorf dem Priester Fische bringen. Dieses mal waren wir weniger erfolgreich: 2 große Fische, 1 Kleiner und 2 Aale, die aber wieder im Meer gelandet sind (waren wohl nicht essbar). So blieb für die Familie nur der kleine Fisch über.
Es gibt so viele Regeln.. Hier ein paar: Im Dorf dürfen Kinder nicht spielen sonst kommt ein Großer und haut ihnen mit dem Stock auf die Finger. Bei Unseren wird aber eine Ausnahme gemacht. Sie dürfen spielen, mit der Begründung, dass sie die Regel ja nicht kennen. Und Gitarre spielen ist nur in den ersten 3 Monaten des Jahres erlaubt.
Mesu und seine Frau Nandi schneiden jeden Tag Gras in der Nachbarbucht für das Resort auf Turtle Island. Dorthin laufen sie ohne Schuhe und schneiden sich im Busch die Füsse auf. Pro Bund bekommen sie umgerechnet 1,50 €. Am Tag schaffen sie zusammen ungefähr 5 Bund. Das ist ein guter Job für sie! Die letzten 3 Monate hatten sie gar keinen Cent. Dann gehts aber auch, da sie von ihrem kleinen Feld und dem nächtlichen Fischen irgendwie leben können. Nun muss man sich aber immer vor Augen halten, dass sie alte Menschen sind! Mesu hat ein kaputtes Knie (er war früher Rugbyspieler im Team von Nandi, bis ein Gegenspieler im mutwillig das Knie zertrümmert hat), sein Rücken macht auch Probleme und Nandi, seine liebenswerte Frau ist Dement. Aber sie beschweren sich nie! 3 ihrer Kinder (alle verheiratet) leben auf der Hauptinsel, wovon sie zum Beispiel einen Sohn seit 8 Jahren nicht gesehen haben (und die Hauptinsel ist nicht wirklich weit weg). Einer ihrer Söhne lebt mit ihnen zusammen. Er ist sehr still und wohl etwas abwesend. Er hilft vorallem Nandi im Haushalt.
Ja und jetzt gehören wir auch zur Familie. Und da sind wir mächtig stolz drauf! Wir haben Linas Geburtstag kurzerhand vorgezogen, um ihn mit unserer neuen Familie feiern zu können. Ana und Inoke aus dem Dorf hat Lina auch noch zur Party am Nachbarstrand eingeladen (es sind dann später noch zwei, drei Kinder mehr geworden 🙂 ) Für alle war es ein wunderbarer, unvergesslicher Tag.
Leider ist Jaron am Ende auf den Klippen ausgerutscht und hat sich das Kinn aufgeschlagen. Wir haben die Party etwas abrupt beenden müssen, da der Schnitt ganz schön tief war. Nähen wollte mal wieder keiner in der Bordpraxis Supermolli, so haben Doktor Marcus und Doktorin Nikola sich für das Klammerpflaster entschieden. Bei der Visite heute morgen wurde leider ein wenig Eiter entdeckt, also haben wir nach dem Pflasterwechsel Antibiotika verschrieben. Jetzt siehts sauber aus und Jaron genießt die verschriebene Bettruhe vor dem DVD Player. Ich sag dazu nur: Es wird nie langweilig hier!
so long aus der Krankenstation Supermolli!






















































2 Responses to Geburtstag in den Yasawas