schläfrige Bordroutine

176 Seemeilen vor unserem Ziel, schreib ich noch mal schnell einen Blogeintrag.. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass alles heile ist und funktioniert, nix repariert werden muss und unsere Supermolli einfach das beste Schiff der Welt ist. Es macht sich ein Gefühl der totalen Entspannung breit, nur noch jede 5. Welle wird groß bestaunt und abgefeiert, schläfrige Bordroutine hat sich eingeschlichen und wir genießen einfach das Leben auf hoher See. Wenn da nicht das eine oder andere heikle Thema wäre, dass mich beschäftigt: Ich denke dabei z.B. an meinen einsamen Kampf um die letzte Flasche meines Lieblingsduschgels. Die drei Männer an Bord haben alle KEINS dabei und wollen alle MEINS. Ein ganz traumatisches Erlebnis für mich. Oder die äußerst schwierige Prozedur des Nagellackens. Durch meinen mittlerweile geübten, ausgefeilten, durchtrainierten Gleichgewichtssinn (nach 2 Wochen auf See) ist es mir überhaupt möglich den Lack auf den Zehennagel zu positionieren. Nun ist es aber so, dass ich den Lack in Dtland gekauft habe und er wohl für die dortigen Temperaturen gemacht wurde. Hier unter der sengenden Sonne wird er ganz schnell hart und lässt sich schlecht – bis gar nicht auf dem Nagel verteilen. Nun denke ich schon seit Tagen über diverse Mischverhältnisse mit Verdünnung nach, da ich vor der Vorstellung zurück schrecke, mich in den näxten Jahren auf die rastlose Suche nach Äquator-tauglichem Nagellack in genau meiner Lieblingsfarbe zu machen. Ich weiß, jetzt denkt ihr: Puh.. gut, dass ich auf meinem Sofa sitze und diese Probleme nicht habe… Oder die Frage, wie um Himmels willen ich an ein paar gute Knieschoner komme, damit ich auf dem näxten Törn entspannter Schlafen kann.. Ja Leude, das Leben auf See ist kein Ponyhof!

Nun jaaaa, unsere Ankunft in Bequia wird noch in 2012 stattfinden. Wir trödeln noch ein bisschen um Barbados rum, um am 31. tagsüber eine Punktlandung zu machen. Wir sind alle schon ganz aufgeregt und putzen uns mächtig raus, weil wir uns schon soooo sehr auf den Landfall freuen. Aber wir sind auch echt ganz schön traurig, weil wir uns dann auch von Samuel trennen müssen. Ihn zieht es nach Trinidad. Aber wir werden ihn seeeehr vermissen!! Silvester werden wir aber noch gemeinsam mit unseren Freunden von der SY Felice feiern. Yeah wir koooooommen!!!

Liebe Freunde, Familie und alle Anderen, die unseren Blog lesen, wir wünschen euch ein frohes Neues! Wir sind glücklich und zufrieden und freuen uns, auf der Sonnenseite zu segeln und das haben wir nicht zuletzt auch vielen von Euch zu verdanken. Vielen lieben Dank für den support und ich möcht mich auch nochmal für die lieben, aufbauenden und lustigen Kommentare bedanken!

Jetzt kommen noch ein paar Zahlen zur Atlantikquerung:* insgesamt sind wir ca. 2250 Seemeilen in knapp 17 Tagen gesegelt * größtes Etmal: 162 nm!!! hui da ist Molli abgehoben * 27 kn max. Wind (voll easy) * 3,5 m max. Welle von hinten * ca. 7,5 kn max. Speed * 3 große Fische geangelt (ein Halber liegt immer noch in der Kühlung) * ca. 30 Zwiebeln verdrückt * 3 Bananen Stauden und ca. 80 Tomaten * 350 Liter Wasser * 4 x Delfine und kein Squall (bis jetzt) … so long… und einen dicken Kuss!

und nachträglich noch ein paar Bilder:

Schläfrige…

…Bordroutine! (Brotbacken)

Regelmäßiges toben mit Samuel sieht in etwa so aus:

fun fun fun

 

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