Nach Tagen ohnmächtigen schraubens und einer obergigantischen Seereise mit nem geilen Typen an Bord will ich hier mal Revue passieren lassen und genüsslich ein paar Knaller aus dem oberen Regal servieren. Ich weiß noch nicht so richtig wo ich anfangen soll aber aus Rücksicht auf mein ramponiertes Raum Zeit Gefüge werde ich hier alles nur halb chronologisch sezieren können.
Als aller erste möchten wir einem Mechaniker aus dem Beschaulichen Vigo danken.
Der Kerl betreibt ne ober chaotische Moped Werkstatt namens MOPED MOANA und hat uns sowas von geholfen, dass er Olympisches Gold dafür verdient hätte. Leider hätte er die Medallie in seinem Laden nach 3 Minuten verlegt, weshalb wir dann von Geschenken auch abgesehen haben.
QUILLIO, OTRA VEZ MUCHAS GRACIAS PARA TODO, del amigo loco alemann
QUILLIO hat uns, ohne das wir uns kannten, ne Menge Werkzeug geliehen bzw. geschenkt und uns dann auch noch an absolute Fachmänner verwiesen das es nicht besser ging. Zu guter letzt hat er noch eine Reparatur des Teils das im dunkeln bleibt organisiert, auf welches wir aus Zeitgründen leider nicht mehr warten konnten. Egal sagt QUILLIO. Er schickt das Teil mit der Post nach Portugal und wir bezahlen Später. Noch Fragen zu so einer Aktion. wir haben keine. Ich brauch wohl auch nicht mehr zu erwähnen, dass er für seine viele Hilfe kein Geld haben wollte. Bein Huhn meiner Italienischen Oma (Pit du Fuchs), sowas gibt es in unserer Heimat nicht und fern ab von unserem Nutzen war es einfach nur Geil diese brutale Hilfsbereitschaft zu erleben. Ich werd versuchen da mit zu ziehen.
Ich muß es ein letzte Mal in den verdammten Himmel brüllen,
QUIllIO TU ME GUSTA MUY MUCHO, AMIGO.
Dieses Teil was er für uns Repariert hat bleibt hier ja im Nebel.Aber vielleicht werden wir irgendwann noch mal Licht ins dunkle lassen und eine Leidensgeschichte der besonderen Art aus den Tiefen der Erinnerungen hoch wühlen, die an Dramatik aber auch gespielten Witz kaum zu überbieten ist. Jip.
Auch möchte ich mir nicht verkneifen an dieser Stelle Michael Thönnessen von Toplicht danke zu sagen.
Obwohl wir uns nach einem handfesten Eklat mit dicken Adern am Hals und ordentlich Wut im Bauch kurzfristig gegenseitig in den Tigerkäfig von Hagenbeck gewünscht hätten, haben wir uns wieder berappelt. Mehr noch, ich möchte sagen wir mögen uns und selten bis nie hab ich einen Geschäftsmann erlebt der seine Fehler so konsequent eingestanden hat und zu gleich alles dafür getan hat ihn wieder gut zu machen.
Ich will auch diese Leidensgeschichte hier nicht breit treten, aber als Resultat steht eine Ankerkette die zu fairen Bedingungen im Austauch per Fracht nach Lisabon gekommen ist und der wir 100%ig vertrauen.
Nichtsegler an dieser Stelle bitte aufgepasst!!! Guter Anker gute Kette = Schlaftablette.
Wenn wir wieder kommen strebe ich eine Zweitkarriere als Rapper an. tztz
Den Witz greife ich doch glatt auf um eine andere recht lustige Geschichte zu erzählen die ich mit Nauti Bernd dem geilen Mitsegler der letzten Tage erlebt habe. Damit die Ankerkette perfekt lief, mussten wir die Winde versetzen, wofür wir 4 neue 12mm Löcher in die 5mm starke Edelstahl Grundplatte der Winde bohren mussten. . 5mm Edelstahl Bohren?!? das muss nicht sein, also sind wir in eine Portugiesische Werft gegangen um die Löcher dort bohren zu lassen. OK, ich hatte meinen Körner verlegt und Bernd hatte etwas undeutlich angezeichnet, aber was der wirklich nette Mensch dann an seiner tollen, uralten Riemen betriebenen Standbohrmaschine dann veranstaltet hat war so am Thema vorbei, das wir dem Wahnsinn nur mit 4 beherzten Langlöchern und 3 Stunden Wartezeit ein Ende bereiten konnten.
Selbstredend musste der Begriff „Portugisisches Langloch“ von da an für so ziemlich jede noch so banale Verfehlung herhalten und hat uns somit den ein oder Anderen Lachflash kredenzt..
Danke Portugal.
Und der Winde is es schnuppe, die Rockt. Auch mit Langlöchern. Hammer Teil Kony.
Sowieso hatten wir mit Bernd ne menge Spaß.
Anfangs im mittleren Wellenbild noch etwas angezählt, stabilisierte sich sein Zustand auch ohne stabile Seitenlage recht zügig. Er sowie Nikola und die beiden Kinder schafften die Fahrt zu den Kanaren ohne irgendwelche Medikationen. Der Käptn hatte keine Lust auf Risiko und klebte sich am 2ten Tag bei leichten Anflügen von Übelkeit gleich ganz gediegen ein Skopodamin Pflaster hinters Ohr und machte sich damit zum Weichei der gesammten Crew. Er mußte einige Sprüche über sich ergehen lassen, steckte diese aber ohne sonderlicheWirkung ein.
Oft wurde in den Raum gestellt er sei Müde, etwas verwirrt und nicht im vollen Besitz seiner Kräfte. Diesen schlimmen Anschuldigungen begegnete er dann aber mit einer tollkühnen und in diesem Zusammenhang mehr als beachtlichen Aktion die man ungetrost in die Kategorie Lebensretter einstufen könnte, wenn wir alle kurz die Luft anhielten und unsere Fantasie nur ein wenig freien Lauf ließen.
Nun die doch eher knallharten Fakten.
Während einer seiner Nachtwachen von 2 bis 6 in denen die Molli bei unter 8 Knoten achterlichem Wind und hoher Restdünung unter Motor lief, nahm der Käptn durch den laufenden und recht lauten Ventilator der Motoraumentlüftung ein dezentes Knistern war. Nun war höchste Kombinatiobnsgabe gefragt. Sofort war ihm klar, das dort etwas nicht in Ordnung sei. Er stieg also ab in den Motorraum, öffnete die Tür und……… bekam schreckliche Angst.
Hinter dem Motor flogen die Funken nur so durch den Raum. Er sofort wieder hoch, Motor aus wieder runter Feuerlöscher in die Hand, rein in die Hölle und….. keine Funken mehr da. Puls 180 und sofort die fieberhafte Suche nach der Ursache für den Gau.
Der Anlasser hat sich vom Block ab vibriert. Eine überlange Befestigungsschraube hatte die Isolierung eines Kabels zerstört, das auf der gleichen Klemme sitzt wie das Fette Kabel welches von Batterie + zum Anlasser führt.
Ergo ein Kurzschluss der Kategorie 8 im Herz der Molli.
In dem Moment, als er den Motor stoppte und die Vibrationen endeten, hatte das Kabel keinen Kontakt mehr. Beim betrachten der raus vibrierten Schraube erkannte er die Vehemenz des Vorfalls daran, dass der Schraube mit Schlüsselweite 17 an der Kontaktstelle die Hälfte vom Durchmesser fehlte. Schweißung at its best.
Ein Atomkraftwerk wäre wohl vorübergehend abgeschaltet worden.
Nun gut, der Käptn hat hier n bisschen auf die Dramatik Tube gedrückt, aber die Molli hätte brennen können und er hat es trotz der vermeintlichen Nebenwirkungen des Skopodaminpflasters verhindert. Dann hat er den Schaden behoben und nach 20 min ging die fahrt sicher weiter.
Und ja, er hat sich auch etwas schelmisch ins Fäustchen gelacht als sich die jähen Verunglimpfungen seiner Crew ob des medikamentösen Dröhnzustandes in höchste Anerkennung transformierten.
Nach diesem Störfall war mein Standing in der Crew also wieder gefestigt, was sich auch dadurch äußerte, das meine nächtlichen Eieruhr Exesse im 16 min. Takt toleriert würden. Ich halte 4 Stunden des nachts einfach nicht durch und stell mir den Wecker. Kann ja Nachts auch langweilig werden, speziell wenn wie auf der letzten Passage kein Mond scheint und der Wind immer gleich stark oder schwach aus der gleichen Richtung bläst.
Manchmal is aber auch einiges los und es gibt ordentlich lachfutter. Da ich mir angewöhnt habe große Schiffe, die sich zu nah annähern (Danke AIS ohne dich wären wir im Kanal schon ausgestiegen) an zu funken um sie auf ihre Ausweichpflicht gegenüber Schiffen unter Segel zu erinnern Funke ich gern mal. Kapitän zur See Sir Pit Schmitt hats mir vorgemacht. Als ich dann also letztens einen Frachter bat auf Kanal 13 zu wechseln fragte er mich doch glatt „ Hallo Supermolli, Are there any Babes on Bord“ Is Klar! Bernd hatte die Ansprache mitbekommen, er pennt direkt neben der Funke. Wir gucken uns an und findens oberlustig.
Das Tiefgesprochenen „are there……….. am besten in Kombination mit dem gehauchten „Portugisischen…… ach freunde was erzähl ich hier? Der Abend ist schon spät und der Wein war gut. Verzeiht mir.
Zu guter letzt wollen wir doch noch 3 Aktionen von unseren freunden Bernd, Christoph und se wan änd onli Pit Schmitt erwähnen die uns glücklich machen oder machen werden.
Der Pfundskerl Nauti Bernd hat in der Nacht vor seiner Abreise noch kurz unseren Computer und damit den gesamten navi Komplex von einem überaus hartnäckigen Bug befreit, der der Funkerin und auch mir echt Angst gemacht hat. Das alleine ist schon beachtlich. Wenn wir uns dazu aber noch vor Augen führen, das Nauti Bernd als er den Durchbruch in den Tiefen des Systems erzielte brutal einen sitzen hatte erscheint der Sieg gegen das Böse schier unvorstellbar.
Nicht das er den Bug nur eliminierte, nein er verpasste ihm oben drauf auch noch die Höchststrafe indem er ihm die Systemfremde Zahl 2 zuwies. Game Over, jeder bekommt was er verdient.
So und am end stehen nur noch 2.
Pit Schmitt und Christoph, wir sagen danke für euren geilen Einsatz für das Teil das im dunkeln bleibt. Ihr wart schnell und habt uns echt richtig doll geholfen.
Und Pit, dass du schon wieder am Start bist und für uns nen neuen Spibaum checkst wo unserer so kläglich ausgestiegen ist setzt dem ganzen echt die Krone auf. Die Mollies sagen Danke und schicken Küsse. Sie streicheln dein kaputte Knie und wünschen dir das alles bald wieder gut ist.
Als letzte bleibt jedoch nur einer stehn, der Maat.
Was der alles für uns gerissen hat kann auch der schnellste schreiberling nicht mit Buchstaben einfangen. Niemals.
Er kann alles, macht alles und is verdammt juut drauf. wenn es eine Frage gibt weiß er die Antwort. Weiß er sie nicht, weiß er sie eben morgen. Er hängt sich rein und leidet mit uns wenns scheiße läuft. Haut sich aber auch mit uns auf die Schenkel wenns ein Problem weniger wird. Hammer Typ.
Kony, wir lieben dich.
Loide, ohne Vögel wie euch wären wir nicht hier.
Danke, alle Mollies

4 Responses to Es ging nicht kürzer