Guten Tag allerseits, nach langer Abstinenz ergreift der Herr mal wieder das Wort, um einfach nicht den Anschluss zu verlieren. Bevor ich hier anfange aus der Seefahrerschatulle zu plaudern möchte ich auch auf diesem Wege noch schnell der Dame des Hauses meinen allerhöchsten respäääkt aussprechen. Egal wie schön das Bier abends perlt, wie lau das Nächtchen daher kommt, sie schreibt und schreibt, lädt Bilder hoch und macht und tut alles für diesen Blog. Mit unter weit über den mir bekannten Bettschwere Zustand hinaus. Ohne sie wäre hier absolut Ebbe.
Jetzt soll hier mal nicht der Eindruck entstehen, ich würde abends immer nur rumlungern und sonst was tun. Nein, ich frickel hier immer so vor mich hin und verbringe viel Zeit mit meinen Schrauben, dem Lötkolben und allem was sonst noch so Spaß macht.
Dabei fällt mir ein, dass wir es letztens mit einem mysteriösen Phänomen der besonderen Art zu tun hatten. Unsere Wasserpumpe vom Wassermachertank hörte auch bei geschlossenem Hahn nicht auf zu pumpen. Klar , da tauche ich ab, in die tiefen der Molli um das Problem an der Wurzel zu packen. Dachte ich zumindest. Erst entlüfte ich die Pumpe, keine Besserung. Dann wird’s schon komisch, beim abdrücken des Schlauches mit der Hand zwischen pumpe und Hahn bzw. kurz vorm Hahn hört sie auf zu pumpen. Ah, eine Leckage ist das Problem. Aber nein, keine Leckage zu sehen. Die Pumpe macht also einen Unterschied zwischen Hand und Hahn. Schönes Ding. Ok, an der Stelle war ich eigentlich schon raus. Dann die Lösung, Nikola sagt : mach doch einen Schalter an die Spüle und wir schalten die Pumpe elektrisch an und aus. Gute Idee und ich krieche wieder mit kabeln durch die Bilge, löte und bohre und mache bis 1 Uhr nachts. Dann will ich testen, drehe den Hahn auf und wieder zu und was passiert, die Pumpe stoppt ohne das ich den Schalter auch nur berührt hätte. Schön und bescheuert zugleich. Als mir dann beim zusammenbauen des Salons noch die volle Dose Schlauchschellen in den Untergrund entglitten ist, war der Ofen echt aus. Fazit? Alles umsonst und seit der Operation funktioniert die Pumpe wieder 1a und der neue Schalter, der tadellos funktioniert, ist nicht mehr nötig.
Kennt ihr das eigentlich mit den Schlauchschellen? Es gibt ein Kistchen mit Schlauchschellen, mann quält sie rein und bekommt gerade so den Deckel zu. Gut. Beim nächsten mal entnimmt mann der Kiste 6 Schellen und montiert sie. Danach würgt mann 5 min. wild hin und her, sortiert die Schellen und bekommt den blöden Deckel einfach nicht mehr zu. Verrückt, das sind Probleme sag ich euch.
Hier hake ich ein und versuche ein tiefsitzendes Trauma endgültig zu bewältigen. Ich wollte verdrängen, aber Spatzi sagt es muss raus, weil es zum Leben dazu gehört und mit etwas abstand ist es jetzt auch zu ertragen. Wir drehen die Zeit zurück und wieder übernimmt die gefürchtete Schlauchschelle die Regie. Während der Überfahrt zu den Kapverden vernehmen wir unangenehme Gerüche in der Molli. Das kann mal passieren, weil wir auch einen FäkalienTank eigebaut haben und die Filter nicht immer 100% arbeiten. Wir ignorieren den Geruch vorerst und machen alles schön weiter wie immer. Nach einiger Zeit realisiert der Käptn, dass hier etwas nicht stimmt und wirft einen flüchtigen Blick in den Motorraum worauf er sogleich von einem imaginären Faustschlag zurück in den Salon katapultiert wird. Wie auch immer es passiert ist, aber eine Schelle ist abgesprungen und die ganze Kacke des Tages ist im Motorraum gelandet. Nein, nicht einfach gelandet sondern mit Druck versprüht. Boa, was für ein Wahnsinn. Wäre ja alles einigermaßen handelbar gewesen, wenn nicht draussen 30 Knoten Wind und 3 Meter Wellen den Ton angegeben hätten. Was dann kam brauch ich nicht weiter skizzieren. Es hat sehr sehr lange gedauert und ich war fertig danach. Keine Angst Leute steiler kommt es nicht mehr, der Peak ist überschritten.
Segeln ist eben kein Ponyhof und immer wieder kommen Dinge die Überwindung kosten.
Gerade gestern hatte ich auch wieder so ein Ding. Aus irgend einem Grund funktioniert unsere VHF Funke nur noch eingeschränkt und das AIS hat auch nur noch eine geringe Reichweite. Test hin und her, ich muß in den Mast, dass Kabel ziehen um es neu zu löten. Während sportliche 30 Knoten wind wehen kurbeln mich Jo und Nikola hoch und damit das Kabel durch den Mast flutscht, hab ich ne dose WD40 dabei. Nicht so eine gute Idee, denn bei bei Windstärke 7 sprüht man nicht mehr so gezielt. Egal, Ich voll mit öl, klammere mich mit glitschigen Fingern am Mast fest, um das Kabel zu ziehen, als ich von weitem ein dickes Wassertaxi mit ordentlich Fahrt auf die Molli zukommen sehe. Kurz darauf Wellen und Wind ohne Ende und ich mit öligen fingern ohne Grib nach halt ringend im Mast. Nicht so schön. Das ganze hat dann ordentlich gedauert und die Kante vom Bootsmannstuhl hat sich schön tief in meine Oberschenkel gebohrt. Und morgen geht’s wieder hoch, irgendwie hab ich schlecht gelötet und wohl die Abschirmung mit dem Pin verbunden, brutaler Anfängerfehler:)
Hey Hitch Hike Heidis, gerade haben wir euren Kommentar gelesen! Schön das wir nicht die einzigen sind, die kurzzeitig praktisch blind durch die Welt gecruiset sind. Vor unserer nächsten überfahrt von Aruba/ABC Islands nach Cartagena/ Kolumbien ( gerne als eine der 5 härtesten Passagen überhaupt beschrieben) werden alle Systeme wieder voll am laufen sein und wenn ich die Antenne an den Heckkorb binde.
So, jetzt mach ich mal Pause und steuer in Richtung Koje zu meiner geliebten Frau. Kann ja nicht sein, dass ich morgen zum Frühstück Intercontinental nicht voll aufm Damm bin.
TÜT.
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