Savu Savu FIJI

Heute mittag sind wir in Savu Savu angekommen (28 Grad Wassertemperatur)! Die SY Perla Alba war ein paar Stunden vor uns da, mit der SY Sikkim sind wir gleichzeitig eingelaufen. Was für eine Freude! Nach genau 11 Tagen, 1227 sm und 100(!) Motorstunden flippen wir und das mitten im heißen Paradies! Savu Savu ist eine kleine Stadt, die uns an die bunte Karibik erinnert. Karibik mit polinesischem und indischen Einfluß. WOW. Super freundliche Menschen, das Einklarieren war selten so entspannend und angenehm und in der Stadt hört man zu meiner Freude endlich wieder laute Musik aus den Läden erklingen. Alle sind glücklich und das merkte man auch beim ersten Treffen der Segler aus Neuseeland in der Bar der Copra Shed Marina, vor der wir an einer Mooring hängen. Viele kannten sich nur durch VHF Funk, AIS Signale oder SSB Radio vom South Pacific Net. Alle erzählen aufgeregt, wie ihr Törn war. Zusammen mit der SY Donella haben wir 4 Boote in etwa die gleiche Taktik angewandt. Alle sind mehr oder weniger gut durch das Tief geschippert. Bei der SY Sikkim hat der Autopilot den Dienst in der Hochphase quittiert (zu dritt und ohne Kinder, war das aber nicht so schlimm). Ein befreundetes Boot der Perla hat sich gegen die Pause auf dem Pazifik entschieden und ist mitten rein ins Vergnügen. Sie konnten die riesen Wellen und die 40 Knoten Wind nicht schräg nehmen, hatten auch einen Autopilotausfall und sind nach 4 Tagen Sturm bis Vanuatu abgelaufen. Sie kämpfen immer noch mit 30 Knoten Wind, aber werden morgen ankommen. 27 Boote sind ins Minerva Reef gesegelt. Es wurde wohl etwas eng, aber so weit ich weiß ist nichts schlimmes passiert. Diese Boote werden wohl ab morgen eintrudeln. Eine 52 Fuß Yacht ist heute (nach 13 Tagen auf See) in Fiji angekommen und ein anderes Boot ist heute erst in Minerva angekommen. So unterschiedlich sind die Erfahrungen, obwohl alle zum selben Zeitpunkt losgesegelt sind! Für uns heißt es jetzt erstmal abwarten und auf das passende Wetterfenster warten, um zur Lau Group zu segeln, die wieder entgegen der Tradewinds im Südosten liegen. Bis letztes Jahr war es noch sehr schwierig die Genehmigung dafür zu erhalten, da diese Inselgruppe ihren Lebensstil unbeeinflusst beibehalten wollten. Tourismus galt nicht als akzeptabler Grund für die Austellung der Permission. Zu unserem Glück ist es seit diesem Jahr bedeutend einfacher in den Gewässern von Fiji zu cruisen. Dennoch muss man den Chief des jeweiligen Atolls und der jeweiligen Bucht um Gastfreundschaft bitten. Bei Ankunft muss man sevu sevu (=Geschenk) machen: soll heißen, man legt dem Chief mit den Worten: Noqu sevusevu gor ein halbes Kilo Kava (bitte googeln) vor die Füße, wenn dieser es annimmt, darf man ankern und die Bucht genießen. Wenn man Glück hat darf man das Kava mit ihnen trinken (meistens nur die Männer) oder wird zu einem Fest oder in ein Zuhause eingeladen. Sobald man Land betritt, darf man keine Sonnenbrille oder Hut tragen, Frauen keine Hosen und sowieso alle Schultern und Knie bedeckt. Taschen und Kameras dürfen nicht geschultert werden, sondern gehören in die Hand. Beim Abschied sagt man: Noqu yaqona (=kava) ni tatau. Dahinter steckt natürlich ein alter Brauch, der auch heute noch praktiziert wird. Es ist keine Bezahlung für den Ankerplatz sondern eher die Frage nach Gastfreundschaft. Dafür bringt man ein Geschenk mit. Wenn der Chief dich willkommen heißt, ist er auch gleichzeitig verantwortlich für dich. Und mit den Abschiedsworten entlässt man ihn aus seiner Verantwortung. Find ich irgendwie ganz symphatisch und natürlich bin ich ganz gespannt, ob sich die Regeln heutzutage gelockert haben oder nicht. Auf jeden Fall braucht man noch ein halbes Kilo pro Chief und die 10 Kilo besorgt uns der Wassertaxifahrer der Marina (bekommt man aber auch im Supermarkt). Hihi.. ich werde berichten.. Es ist spät, die anderen schlafen schon und ich bin auch hundemüde nach dem aufregenden Törn.

….so long aus dem Palmenparadies Fiji….

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Wir hissen die Fiji-Flagge

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SY Sikkim läuft mit uns ein!

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Supermolli an der Mooring

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crews united

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Fijj Dollar

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..dafür gibts dann auch gleich das erste FIJI GOLD

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..und das schmeckt!

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.. etwas durchgerüttelt..

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Kava roots haben wir mittlerweile erstanden und natürlich auch schon getestet ;-)

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calm anchorage in Savu Savu

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auf Kollisionskurs

“Hsieh Ta, Hsieh Ta this is sailingvessel Supermolli you are on collision course! CPA of 0.02 nm. DO YOU COPY?” Das hab ich ungefähr 15 Minuten auf allen Kanälen ins Funkgerät geschriehen, dann blieb keine Zeit mehr zum brüllen. 10 minuten später hätte uns das riesige Fischereifahrzeug mit 10 kn übergenietet. Mit zittrigen Händen die Rettungswesten an und ab an den Mast das Großsegel bergen, die Fock rein, Motor an und 90° Backbord. Das Ganze ist ja schon aufregend genug, wenn uns das nicht auch noch bei unserer Fahrt am Rande des Tiefs erwischt hätte. Soll heißen: Undefinierbare, kabbelige, grobe See bis zu 4,50 m, Wind bis 34 kn in Böen aus Ost bis SüdSüdOst (aber vorwiegend 90° auf die Molli) und das Ganze mitten in der Nacht, in der noch nicht mal der volle Mond es annähernd geschafft hat durch die dunkle Wolkendecke zu scheinen. Was für Wixxer. Tschuldingung, aber stimmt doch. Langsam sortieren wir uns wieder und die Wellen auch. Man kann jetzt deutlich eine Tendenz Welle erkennen und der Wind hat mächtig nachgelassen. Leider ist er immer noch schwer verwirrt, was die Stärke und Richtung angeht und was das Segeln praktisch unmöglich macht. Von hinten drückt die nächste Squash zone und so Motorsegeln wir nun unserem Ziel entgegen es sind aber schon noch 3 Tage bis zum Eis am Strand (falls nicht noch mehr Überraschungen dazwischen kommen). Ach und was ich ganz vergessen hatte zu berichten: Marcus hat gestern die Schwanzflosse von einem Hai 1m aus dem Pazific ragen. Das Tierchen war wohl halb so lang wie die Molli. Sehr erfrischender Gedanke.. so long aus dem aufgewühlten Blau…

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bessere Bilder gibts nich..

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...

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Der geübte AIS Beobachter erkennt, dass Hsieh Ta nach unserem Kurswechsel nochmal volle Fahrt auf uns genommen hat, bevor er wieder zurück auf Kurs ging. Grrrrrrrrrrrrrrr

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..er kann immer lachen! Zu meinem Glück!

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Augen zu und durch

 

Es ist nun soweit. Wir passieren den 25. Breitengrad und wagen uns ins Getümmel. Die meisten anderen Schiffe sind uns voraus und berichten unterschiedlichstes. Viele hängen im Minervariff fest und müssen jetzt den Trog über sich ergehen lassen. Ich denke wir habens bis jetzt ganz gut hinbekommen. Das Wetter ist sehr wechselhaft in Richtung und Stärke. Der südöstliche bis östliche Wind trifft derzeit mit 17 bis 27 Knoten seitlich bis achterlich auf unser Schiff. Ebenso die Wellen. Sehr kabbelig. Manchmal keine 2 Meter hoch dann wieder eher 3. Das macht das Segeln schwierig. Im Moment segeln wir mit gerefftem Klüver, Fock und dem Groß im 3. Reff. Das ist für die 27 zu viel und für die 17 zu wenig.. Aber es soll ja auch noch mehr werden. Molli ist allerdings schon im Schleudergang angekommen und es ist wirklich schwierig hier drinnen das “normale Leben” weiter zu führen. Trotz allem hat der Kapitän grad (nach einem Mittagsschläfchen) lecker gekocht, die Kids sind mal wieder tiefen entspannt und Molli macht ihre Sache hervorragend. In 24 Std soll der Spaß vorbei sein.. Mal sehen was ich im nächsten Blog berichte… so long aus dem Pazifk

Der Kapitän nimmts gelassen

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update

Die Sturmtaktik scheint aufzugehen! Wir driften seit 3 Tagen im Pazifik rum, um das schlechte Wetter vorbei ziehen zu lassen. Wir laufen vor Top und Takel (also komplett ohne Segel) nur vor der Sprayhood mit ca 3 Knoten Richtung Nord. Für uns eine ganz neue Erfahrung. Molli hält prima Kurs und wenn wir noch langsamer werden müssen, können wir ja immer noch die Sprayhood reffen.. Es schaukelt unwesentlich mehr, als beim Passatsegeln und wenn jetzt ne Böe kommen würde (hier ist aber alles ruhig), bräuchten wir noch nicht mal die Segel ein zu holen. Wir überlegen ernsthaft, ob wir diese Segeltaktik nicht einfach immer anwenden sollten.. hm… Die Perla Alba und die Sikkim sind nah an uns dran und verfolgen die gleichen Pläne (hinsichtlich dieser Passage). Also noch mindestens einen weiteren Tag mit langsamer Fahrt Richtung Fiji. Ab Sonntag morgens (also Samstag abends in Dtland) ist Entwarnung gegeben und mit Pech müssen wir dann sogar die restlichen Meilen motoren. Aber was solls? Alles besser als “heavy squalls and thunderstorms mit 50 kn” (im letzten Blog hatte ich nur von den “netteren” Vorhersagen berichtet). An Bord ist alles ruhig. Die Kids machen fleißig Bordschule, spielen wie die Weltmeister (in deutsch und in englisch), denken sich jeden Tag neuen Krams aus und freuen sich genauso wie wir auf die Ankunft in FIJI!!! (Keiner will mehr abgeborgen werden :-)) so long …aus der grünen Waschmaschine..

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nix los hier

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Wir sammeln die fliegenden Fische auf.. Den Einen oder Anderen können wir rechtzeitig über Bord schmeissen, die meisten werden leider abgekratzt.

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Da hat sich noch einer versteckt!

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..ein zweiter Windgenerator wird konstruiert..

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Relaxen und Kräfte sammeln..

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..um dann sanft geweckt zu werden!

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Liveband tonight

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Sturmtaktiken

jaaa wir stecken mitten auf dem Pacific und leider wird uns in der zweiten Hälfte der Reise ein Tief erwischen, das sich am Wochenende über Fiji zusammen braut. Gerade hängen wir in der Warteschleife, weil unglücklicher weise am Donnerstag / Freitag, ein anderes nettes kleines Wetterphänomen vor uns vorbei zieht. Das wollen wir nicht auch noch abbekommen (es sind viele, viele Böen bis ca 40 kn angesagt). Das Tief wird aber auch nicht viel besser sein. Nun ja unser Wetterrouter Bob empfiehlt uns den 25. Breitengrad nicht vor Freitag zu queren und dann hoffen, dass alles gut geht. Also sind wir hier mit 10 oder vielleicht auch 15 oder 20 anderen Booten und driften und schaukeln bei Flaute mitten auf dem Ozean herum. Gerade liegen wir neben der SY Perla Alba. Der Versuch an Bord zu kommen ist leider fehl geschlagen: Wir haben unser Kayak über Bord geschmissen, die Perla hats geangelt und Pietr hats auch tatsächlich geschafft zu uns rüber zu paddeln. Der Ausstieg aus dem kleinen wackeligen Ding und gleichzeitig auf unsere Leiter zu klettern, war dann aber doch zu schwierig. Schade, aber auch verständlich: sie beobachteten vorher einen riiiesen Hai und wollten wohl eher kein Risiko eingehen ;-). So dümpeln wir jetzt hier weiter rum. Wir klaren unseren Treibanker und die Sturmfock, grübeln über Taktiken und lesen Schwerwetterbücher.. Die Stimmung ist etwas angespannt, obwohl wir natürlich wissen, dass unsere Supermolli das beste Boot für so ein Wetter ist. Wenns zu fies wird, werden wir beigedreht von einem auf dem anderen Bug nach Fiji kreuzen 😉 Nein, also natürlich möchte jeder Segler so ein Wetter vermeiden und natürlich würde ich jetzt lieber vom Heli abgeborgen werde (kicher), aber das gehört halt auch dazu.. Molli ist wirklich stark und hat die besten Voraussetzungen einen Sturm easy mitzunehmen. Es gibt auch noch die Möglichkeit im Minerva reef vor anker zu gehen oder hier noch ein paar Tage zu bleiben. Das entscheidet aber unser Wetterrouter Bob. Ihr könnt in unseren Positionreports sehen, wo wir uns gerade befinden. Wir werden wohl nicht mehr bloggen, da wir die Stationtime von unserem SSB für die Wetter emails brauchen.

Bitte gebt auf diesen Eintrag KEIN KOMMENTAR ab, da auch das unsere Wettermails blockiert! Please NO COMMENT on this blog, cause we need the station time for our Weather forecast. Wir versuchen unser Satfon täglich 8-10 Uhr morgens deutsche Zeit bzw. 18-20 Uhr NZ Zeit einzuschalten. Bitte keine Panik bekommen, wenn wir es vergessen oder grad keinen Nerv dafür haben 😉 so long.. bis in Fiji..

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Die schönen ersten Tage auf dem Pacific

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Ich find er guckt ein wenig gepsycht..

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Die Sturmfock wird geklart.

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Das Dinghy platt gemacht.

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Jaron wechselt das Getriebeöl. Der Kapitän geht ihm zur Hand.

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Langsam segeln wir Richtung 25°

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SY Perla Alba in Sicht

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..das Kayak geht über Bord

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..und Pietr paddelt mutig über das große Blau zu uns rüber!

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Supermolli und Perla kuscheln

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